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Von Nairobi nach Kisumu...

Sooo, ich bin zwar schon 'ne Woche in Kisumu - jetzt hole ich die Beschreibung des letzten Tages in Nairobi, der Fahrt von Nairobi nach Kisumu und der Situation in Kisumu nach...  Am Freitag, den 8.5., besuchte ich mit Janine ihre zukuenftige Arbettsstelle, die "Shepherd's Orphanage", in einem armen Viertel, nahezu Slum... das Waisenhaus: im Rechteck angeordnete Wellblechhuetten, wenn ueberhaupt Huetten, eher Unterstellmoeglichkeiten mit Waenden - und innen ein grosser sandiger Platz.  Wir kamen durch das Tor - und sofort liefen uns Kinder entgegen, ca. 3-7 Jahre alt, direkt in die Arme, umklammerten unsere Haende und Fuesse, bestaunten meine Armbanduhr, rissen mir fast meine Tuete (Plastiktuete mit Wasser, Portmonee, ...) aus der Hand, um zu sehen, was drin war... total zutraulich, die Kleinen. Wir gingen ueber den Platz, an jeder Hand von 2-3 Kindern umklammert, und wurden herzlich vom Waisenhaus-Chef begruesst. Die Kinder liefen teilweise barfuss, hatten zerschlissene Klamotten, waren ziemlich zugestaubt und schmutzig... die "Raeumlichkeiten" waren duester, heruntergekommen, spaerlich bemoebelt... insgesamt ein krasses, aermliches Bild... doch die Froehlichkeit und Aufgeschlossenheit der Kinder ueberdeckte jegliche Aengste oder Zweifel, dass man sich hier wohl fuehlen koennte... wir spielten mit den Kindern, reichten ihnen ihr Mittagessen (Reis mit Bohnen, wovon es an dem Tag GOtt sei Dank genug gab, sodass alle satt wurden - das scheint wohl nicht immer der Fall zu sein..) und gingen nach 2 Stunden wieder.. dort arbeitet Janine nun, bis Anfang August.   Abends tranken wir zusammen mit 3 anderen deutschen Freiwillgen das eine oder andere Bier in Buru Burus Kneipen...

Am naechsten Morgen ging's frueh los, mit einem Ueberlandbus von Nairobi nach Kisumu - fuer die ca. 400km waren 7-8 Stunden Fahrtzeit angegeben... die Fahrt an sich war angenehm, der Bus hatte fast europaeischen Standard - naja, eher den Standard von vor 20 Jahren, aber das war auch voll ok. Es war schoen, aus Nairobi rauszukommen, die kenianische Landschaft zu bewundern - Berge, Waelder - und die Doerfer mit den vielen kleinen Verkaufsstaenden am Strassenrand schossen nur so an uns vorbei... die Strassenverhaeltnisse waren grundlegend recht gut, nur ab und zu musste wir die Hauptstrasse verlassen, um z.B. einer Baustelle auszuweichen - wir fuhren einfach parallel zur Hauptstrasse auf einer Art Feldweg?Schotterweg weiter - mit einem grossen Reisebus - und das mit einem Affenzahn...

Nchmittags gegen 16 Uhr, nach knapp 7 Stunden Fahrtzeit kam ich in Kisumu an - Kisumu ist die 3. groesste Stadt Kenias mit ca. 300.000 Einwohnern und liegt direkt am Lake Viktoria, dem groessten Binnensee Afrikas, wenn ich mich nicht falsch liege...


Vor meiner Abreise hatte ich eine E-Mail an das CIVS mit der Frage gerichtet, wie viele Kinder meine Gastfamilie haette - nach deren Antwort erwartete ich eine Gastfamilie mit Vater, Mutter und 4 Kindern im Alter von 10-15 Jahren...

 


In Kisumu angekommen wurde ich von Johnson, dem CIVS-Mitarbeiter, der fuer Kisumu zustaendig ist, am Busbahnhof angeholt - wir fuhren zusammen zu einem Haus, wo meiner Erwartung nach meine Gastfamilie wohnte... doch es wuerde keine richtige Gastfamilie geben.. wie sich nach und nach rausstellte, wohnte Johnson in der Wohnung, zusammen mit Kindern - nicht seinen eigenen, sondern ehemaligen Strassenkindern. Okay, also einiges anders als erwartet...

 

Johnson arbeitet halt fuer das CIVS und engagiert sich fuer Strassenkinder und andere benachteiligte Kinder... die 4 Strassenkinder hatte er bei sich aufgenommen und hatte sie somit von der Strasse runtergeholt, sie gingen zur Schule, leben nun bei ihm ein recht normales Leben - und sind 10-15 Jahre alt - siehe oben.. ;-)
Das alles war irgendwie erstmal ein Schock, auch die WOhnung war auf den ersten Blick "schaebig", ich wuerde kein eigenes Zimmer haben, sondern zusammen mit Johnson in einem klitzekleinen Zimmer schlafen, welches mit einem Bett, einer auf dem Boden liegenden Matratze und vielen Klamotten, Buechern drumherum vollgestopft war - nicht viel Platz fuer mich. Auch die Kueche war anfangs seeeehr gewoehnungsbeduerftig.. siehe Foto: http://www.flickr.com/photos/8517666@N06/
Mittlerweile habe ich mich hier sehr gut eingelebt und bin in der "Gastfamilie" sehr zufrieden - die ehemaligen Strassenkinder - Rollings, Dixon, Felix und Raphael - sind sehr nett und cool drauf, mit ihnen kann man gut klar kommen. Darueber hinaus besuchen uns Johnsons Verwandte oft, einige seiner 7 Geschwister - eine Schwester ist quasi jeden Abend da und kocht fuer uns, zum Essen sind dann meist so 7-10 Leute da - in der klitzekleinen Wohnung, aber es geht. Ich werde von den Kids sehr respektvoll behandelt - sobald ich in's Wohnzimmer komme, steht jemand der Kids auf, um mir Platz auf einem Sessel zu machen - ich denke, die sind sehr dankbar und froh, von der Strasse weg zu sein - darueber hinaus ist das in Kenia halt noch so, von wegen grossem Respekt gegen Aelteren - auch die Frauen sind hier noch nicht 100%-ig gleichgestellt, was man manchmal doch noch mitkriegt...

 

Also, in der Family geht's mir gut, ich hab' mich eingewoehnt, die Leute sind super - im naechsten Teil geht's um meine Arbeit...

Bis dahin - und danke fuer eure Aufmerksamkeit ;-)
Tobi
18.5.09 18:27
 


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