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Wasser, Essen, Elektrizitaet - und Duschen... "neu"

Okay, jetzt wird's "anders", denn ich werde beschreiben, wie es hier so mit Leitungswasser, Essen, Strom/Licht und in der Dusche zu geht...

Also, Strom gibt's hier, zumindest grundlegend - in meinem Zimmer in Nairobi gab's eine Lampe, leider ohne Gluehbirne... hier in Kenia wird's aufgrund der Aequator-Lage ganzjaehrig frueh dunkel, naemlich um 19 Uhr... - drum stellte ich mir abends, wenn ich vor'm Schlafen gehen noch 'ne Runde lesen wollte - oder allgemein in meinem Zimmer nicht im Dunkeln tasten wollte - eine Kerze auf... wie vor eingen Jahrzehnten, wenn man auf einem Bauernhof nachts auf's Klo musste und sich eine Kerze anzuendete, um den Weg zu finden - so macht Oma Birgte es immer noch, koennte ich mir gut vorstellen!

Strom gab's auch nicht immer - eines abends verliessen Janine und ich, es war gerade dunkel geworden, einen Supermarkt (kleine Anekdote: ein Kenianischer Schilling entspricht ca. einem Cent - da die 1-Schilling-Muenzen hier sehr knapp sind, gab's in diesem Supermarkt als Wechselgeld, z.B. fuer 12 Schilling, 10 Schilling und zwei Bonbons, also ein Bonbon statt eines Schillings), der sich in einem riesigen Geschaeftsgebaeude befindete - und ploetzlich war alles dunkel, in dem gesamten Gebaeude war der Strom weg... gespentisch!!! Wir tasteten uns raus, gingen zur Gastfamilie zurueck - dort gab es Strom und Licht, die Birnen flackerten jedoch gewaltig, als wir im WOhnzimmer zusammen sassen - und ploetzlich war es auch dort duster - die Kiddies hatten Schiss, der juengere Sohn kuschelte sich neben mich und legte meinen Arm um sich... eine Viertelstunde spaeter war's wieder hell... In Kisumu gab's in den letzten Tagen auch schon den einen oder anderen Stromausfall... ganz Kisumu war anscheinend betroffen - daher wurde das Problem ganz schnell angegangen und geloest!

In meiner Gastfamilie war ich von Sonntag bis Freitag Morgen untergebrach - Montag Morgen hab' ich das letzte Mal fliessendes Wasser (im Badezimmer, Toilettenspuelung, ...) gesehen - ansonsten gab's zwischendurch mal unten fliessendes Wasser oder im Garten gesammeltes Regenwasser... von montags bis mittwochs ist in Buru Buru das Leitungswasser abgestellt - die Leute muessen auf gesammeltes Wasser zurueckgreifen - warum gab's bei uns Donnerstag immer noch kein Wasser? In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war wohl ein Wasserhahn unten aufgedreht, sodass es eine grosse Ueberschwemmung gab, als das Wasser wieder kam... die Kueche, das Wohnzimmer waren komplett unter Wasser... und, wie gesagt, fliessendes Wasser gab's auch Samstag noch nicht wieder...

Zum Duschen: es gibt kein warmes Wasser, kein aus einem Duschkopf fliessendes Wasser - wie duscht man dann in Kenia? Man nimmt sich einen grossen Wasserbottich, fuellt ihn mit Wasser, so ca. 20l - stellt sich, in meiner Nairobi-Gastfamilie, in die immerhin vorhandene Badewanne, in meiner Kisumu-Gastfamilie in die duestere, schimmelige Dusch-Kammer, und schoepft sich mit seinen eigenen Haenden das Wasser auf den Koerper, ueber den Kopf, wo auch immer man es hin haben moechte. Man seift sich ein - und bespritzt sich selber, um sich vom Schaum zu befreien. Man bueckt also staendig ueber dem Wasserbottich, wobei man natuerlich aufpassen muss, dass das benutzte Wasser nicht wieder zurueck in den Bottich fliesst - und in unserer Dusch-Kammer in Nairobi ist's dunkel und eng... aber man gewoehnt sich dran, nach ein paar Mal ueben ging's fast so schnell wie das "normale Duschen in einer schoenen deutschen Dusche", und sauber wird man auch...

Zum Essen: das Motto lautet: "Hauptsache man wird guenstig satt" - das heisst: einfache Speisen aus guenstigen Zutaten. Ein Beispiel: "Ugali mit Sukuma Wiki und Zwiebel-Tomaten-Ei-Gemisch" - in meiner Gastfamilie hier in Kisumu werden, abgesehen von Mehl und Reis und Margarine, keine Lebensmittel gelagert - es gibt in der Kueche keinen Schrank, geschweige denn einen Kuehlschrank. Ugali ist in heissem Wasser eingeruehrtes Mehl, Sakuma Wiki ist ein leicht bitter schmeckendes, Spinat-artiges Gemuese, und Tomaten und Zwiebeln werden abends frisch in Strassenstaenden gekauft. Dieses Gericht gibt es seeehr oft, quasi taeglich. Das ganze isst man mit den Haenden. Und langsam, laaangsam, haengt es mir zum Halse raus ;-) ab und zu gibt's Rindfleisch dazu - was ich aber nicht esse, weil es seeehr zaeh ist, und die Knochen, der Speck und die Sehnen nicht entfernt werden, sondern anscheinend gerne und selbstverstaendlich mitgegessen werden - die Knochen natuerlich nicht - glaube ich zumindest.

Ansonsten gibt's haeufiger Reis - natuerlich auch mit Tomaten-Zwiebel-Sosse, und auch mal Nudeln oder "Chapati", eine Art Mehlpfannkuchen. Alles ausser "Ugali mit ... und Rindfleisch" ist mir hier seeehr willkommen ;-)  - und ich freue mich schon auf's leckere, ueppige deutsche Essen - entweder von Mama zubereitet, oder aus einer gewissen Pizzeria in Riesenbeck ;-)

so viel erstmal zum Essen, Strom, Wasser und Duschen - also grossen Bestandteilen der kenianischen Kultur.

Gruesse

Tobias

14.5.09 18:02
 


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