Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback

http://myblog.de/tobi-in-kenia

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Die ersten Tage - Einfueherungswoche in Nairobi

Also, 10 Uhr musste ich dann raus aus den Federn, um mit Janine, der anderen Freiwilligen, Daniela, sie arbeitet schon seit 10 Monaten als Freiwillige in Nairobi, und Ken, dem CIVS-MItarbeiter, der uns die Stadt zeigte, Nairobi zu entdecken. Wir wohnten in "Buru Buru", einer eher besser situierten Gegend oestlich in Nairobi, und fuhren mit einem "Matatua" die ca. 6-7km in die Innenstadt. Matatus sind wirklich coole Teile: kleine Busse, ca. 20 Sitzplaetze, alle individuell gestylt und bemalt - beklebt, z.B. mit Musik-Motiven, religioesen Spruechen usw. - es gibt auch Music-Matatus, die mit mehreren Flachbildschirmen, teilweise Riesen-Dinger, ausgestattet seeeehr laute Dance-Trance-Hip-Hop-Musik von sich geben... da fuehlt man sich echt wie in einer rollenden Disko - wenn dann noch die Sonne scheint, kommt richtig gute Stimmung auf...

Die Stadtfuehrung war interessant - es war doch die richtige Entscheidung, nach 2,5 Stunden Schlaf aufzustehen statt weiter zu schlafen! Es war auch gut, endlich einen Ansprechpartner zu haben - Ken - der sich auskannte und einem den Einstieg erleichtern konnte - Ken ist fuer die Medium-Term-Volunteers zustaendig, die 1-3 Monate bleiben.

Wir gingen auf 'nen Markt, auf dem so allerie verkauft wurde - Klamotten, Souvenirs usw. - sonntags war auf dem Markt nicht so viel los, eher samstags... und was heisst das? Die Verkaeufer hatten noch mehr Zeit, sich um uns weisse Europaer zu kuemmern. Jeder von uns hatte staendig 4-5 Verkaeufer um sich rum, die einem alles moegliche andrehten - ich interessierte mich fuer eine Trommel, die sollte am Anfang ca. 45 Euro kosten - ich handelte bis auf 6 Euro runter - ich wollte sie kaufen, doch der Verkaeufer konnte meinen (grossen)  Schein nicht wechseln - Glueck gehabt, wie sich spaeter rausstellte, denn Ken meinte, 4 Euro waere passend gewesen fuer die Trommel...

Allgemein sind wir Weisse etwas sehr Besonderes... ueberall wo man herlaeuft, rufen einem die kleinen Kids, teilweise auch Erwachsene "Mzungu" hinterher, oft auch noch "how are you?" - Mzungu ist Kiswahili fuer "Weisser, Europaer" - also keine Beleidigung... nur eine "Feststellung", dass man weiss und somit was Besonderes ist.. das kann auf die Dauer schon nervig sein. Man wird auch sehr viel, oft und lange angeguckt, sehr oft von Erwachsenen mit "how are you" angesprochen, aber auch mal sehr nett mit "karibu" (=welcome, gemeint ist Willkommen in Kenia) begruesst... viele Blicke, viele Gruesse und Begruessungen... und Strassenkinder - die es hier natuerlich auch recht viele gibt - sprechen einen ab und zu mal an - letztens fragte uns abends ein Junge nach Essen - am naechsten Morgen trafen wir ihn erneut, er sprach uns natuerlich wieder an! Muetter mit Saeuglingen auf dem Arm sitzen oft auch am Strassenrand und betteln... eigentlich ziemlich traurig, wie die Verhaeltnisse hier sind - dazu spaeter noch mehr!

Zu meiner Gastfamilie in Nairobi: Knapp 1 Woche wohnte ich dort, in Buru Buru im Osten Nairobis - die Familie: alleinerziehende Mutter, arbeitete taeglich von frueh morgens bis spaet abends in einer Bank - verdiente also verhaeltnismaessig ziemlich gut - das Haus war recht gut ausgestattet, mit "normaler" Toilette, modernem Fernseher und ziemlich vollstaendig moebliert. 4 Kinder, 2 Maedels, 10 und 17, und 2 Jungs, 11 und 13, sowie ein Hausmaedchen komplettierten die Familie. Die Kiddies waren eigentlich ziemlich cool und nett - nur meine beiden Haribo-Tueten, die als Gastgeschenk fuer meine Gastfamilie in Kisumu dienen sollten, fand ich irgendwann in meinem Rucksack aufgeschlitzt und geleert vor - da hatte sich wohl einer der beiden Jungs dran zu schaffen gemacht... der juegere der Jungs kam dauernd mit Scherzfragen an: "Are you clever?" - "maybe..." - "ein Hahn legt auf einem Berggipfel genau zwischen Kenia und Tansania ein Ei - wohin rollt das Ei, Richtung Kenia oder Tansania?" - die Antwort, wer haette das gedacht: "Haehne legen gar keine Eier!!!" ;-)

so viel erstmal dazu, im naechsten Eintrag geht's um Strom, Wasser, Essen und Duschen!

Gruesse

Tobi

in Kenia

 

12.5.09 17:50


Werbung


Der Flug und die Ankunft... "neu"

Am 2. Mai ging's dann los - Abflug ab Frankfurt, Flug ueber Kairo nach Nairobi, wo ich Sonntag Morgen um ca. 4 Uhr von der CIVS abgeholt werden sollte.

Melanie, Mama und Papa begleiteten mich zum Flughafen, wir tranken noch ein Kaeffchen,, nachdem ich mein Gepaeck aufgegeben hatte - wir verabschiedeten uns fuer die naechsten zweieinhalb Monate...  es fiel mir schon schwer, Melanie fuer 2,5 Monate "alleine" zu lassen, vor allem, weil wir dort zwei Monate zusammen waren - naja, da musste ich dann durch.

Auf dem 1. Flug wunderte und freute ich mich ueber die riiiieeesige Beinfreiheit, bis ich dann bemerkte, dass ich direkt an einem Notausgang sass - und eine solche Beinfreiheit kein Standard in der Economy-class der Egypt Air war... schade.

Auf diesem Flug lernte ich einen Afrikaner kennen, der vor einigen Jahren nach Europa ausgewandert war, der nun den Leichnam seiner kuerzlich verstorbenen Mutter nach Europa holen wollte.. er war noch ganz fertig mit den Nerven... armer Mann!

Auf dem 2. Flug sass ich neben einem Professor der Ingenieurswissenschaften - er war ganz cool drauf und schaute sich unter anderem die Fotos auf meinem Handy an...

gegen 4 Uhr Sonntag morgens kam ich dann am Flughafen an - recht geschafft - voller Vorfreude, bald in Kisumu anzukommen und vorher im Bus ein wenig schlafen zu koennen... ich besorgte mir mein Visum und holte mein Gepaeck und ging Richtung Ausgang, wo ich jemanden vom CIVS erwartete, um mich abzuholen. Da standen schon einige Leute mit Schildern... ich schaute mich um, las die Schilder - mh, leider weit und breit kein CIVS... naja, vllt. waren sie auch einfach ein wenig spaet dran...

tja, und so wartete und wartete ich... wurde von Taxi-Fahrern angesprochen, dir mir angeblich helfen wollten, auf die ich zunaechst abweisend reagierte, weil ich ja kein Taxi brauchte, sondern einfach nur wie vereinbart abgeholt werden wollte. Ein Taxi-Fahrer half mir dann tatsaechlich - mit seiner Hilfe fand ich ueber das Internet Handynummern von CIVS-Mitarbeitern, er liess mich aus seinem kleinen Buero raus telefonieren... und nach einigen Telefonaten und ca. 2 Stunden Warten wurde ich schliesslich von einem Taxi-Fahrer in eine Gastfamilie in Nairobi gebracht, dort von einem CIVS-Mitarbeiter begruesst, es war mittlerweile halb 7 und schon fast wieder hell. Ich wunderte mich, warum ich denn nicht direkt nach Kisumu fahren wuerde und hier in eine Gastfamilie kam - da wurde mir gesagt, dass ich erstmal bis Donnerstag hier bleiben und an einer Orientierungs-Woche teilnehmen wuerde, in Nairobi - hatte ich vorher nix von gewusst...

Naja, ich wollte einfach nur noch schlafen... zur Abholung: es gab wohl ein Missverstaendnis unter den CIVS-Mitarbeitern, weshalb ich zunaechst vergessen worden war...

Am naechsten Tag ging's schon wieder frueh los... um 10 Uhr gab's fuer eine andere deutsche Freiwillige, die einen Tag frueher angekommen war und auch in meiner Gastfamilie wohnte, eine Stadtfuehrung... okay, 2,5 Stunden schlafen - und raus aus den Federn...


10.5.09 18:07


Die Vorgeschichte

Wer hat nicht, den Traum, einmal nach Afrika zu reisen, zumindest einige der interessanten, verglichen mit den europaeischen komplett verschiedenen Kulturen kennen lernen, Leute vor Ort kennen lernen, die wunderbare Tierwelt hautnah erleben, z.B. waehrend einer Safari... genau so einen Traum hab' ich auch die letzten Jahre gehabt.

Und nach meinem fabelhaften Mathestudium und meinem im August beginnenden Psychologie-Studium in Groningen, was hoffentlich"passen" und gefallen wird, hab' ich ja genug Zeit... z.B., in's Ausland zu gehen, hab' ich mir gedacht... und da kam mir die Idee eines Entwicklungsdienstes... mit Kindern arbeiten, ein afrikanisches Land und deren Leute inmitten einer Gastfamilie hautnah miterleben - und den Kindern, z.B. in einem Waisenhaus, zumindest jeden Tag ein Laecheln in's Gesicht zu zaubern.

Ich informierte mich ueber die Moeglichkeiten eines solchen Entwicklungs-, oder besser gesagt: Freiwilligendienstes: Welches Land? Wie lange? Welche Organisation?

Ich fand' die IJGD in Berlin - bewarb mich, wurde zum Vorbereitungsseminar eingeladen - Anfang April ging es fuer 5 Tage nach Dransfeld, nahe Goettingen - wir lernten interessante Sachen, wurden gut informiert und vorbereitet, Rueckkehrer aus diversen Laendern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens berichteten, zeigten Fotos - im Rahmen des Seminars entschied ich mich fuer Kenia als mein Wunschland.

Nach dem Seminar schrieb ich einen "motivation letter" und fuellte die Bewerbung aus, die von der IJGD an die kenianische Partnerorganisation CIVS weitergeleitet wurde - die CIVS wuerde ab meiner Ankunft und bis zu meinem Abflug fuer mich vor Ort zustaendig sein. Nach nur 4 Stunden erhielt ich die Bestaetigung, dass meine Bewerbung erfolgreich war - super.

Am 2. Mai sollte es losgehen nach Kenia - 2 Monate Freiwilligendienst, danach ca. 10 Tage reisen durch Kenia - und am 15. Juli wieder zurueck.

Vorfreude kam auf - auf ein grosses Abenteuer, viele neue Eindruecke und Erfahrungen - aber ich war mir auch sicher, dass es manchmal schwer sein wuerde, mit den Lebensbedingungen klarzukommen, mit dem deutlich niedrigeren Lebensstandard, z.B. der schlechteren Trinkwasserversorgung - einfach den teils sehr aermlichen Verhaeltnissen - und auch der anderen Kultur, der anderen Auffassungs des Lebens, des Alltags - ich muesste offen und unvoreingenommen sein, Durchhaltevermoegen zeigen, deutliche Komfort-Einschraenkungen in Kauf nehmen - darauf wurden wir teilweise auch schon waehrend des Vorbereitungsseminars hingewiesen.

Es wuerde eine interessante, intensive Zeit werden mit bestimmt schwieriger Eingewoehungszeit, da war ich mir sicher.

 

10.5.09 17:52


Erster Eintrag - kurz - bald geht's richtig los!!

Eeeeeiiiiigentlich wollte ich ja schon laengst recht ausfuehrliche Berichte hier geschrieben haben - ich bin leider bisher nicht dazu gekommen - der "direkte Kontakt" geht vor...

so viel schon mal: die ersten Tage waren krass, einen gewissen "Kulturschock" gibt's...

mittlerweile habe ich mich ganz gut eingelebt und gewoehnt.

Heute habe ich zum Beispiel das "Shephard's Orphanage" besucht, in dem eine Freiwilligen-Kollegin, Janine, die einen Tag eher hier in Kenia angekommen ist und auch in meiner vorlaeufigen Gastfamilie in Nairobi wohnt, ab Montag arbeiten wird... es waren schon krasse Eindruecke - besonders der erste war heftig, spaeter haben die kleinen Kids mit ihrer guten Laune und Aufgeschlossenheit und Verspieltheit die Zweifel, Aengste und Zurueckhaltungen weggeblasen und durch Freude und Spass ersetzt...

so viel erstmal, gleich gibt's Abendessen - bestimmt wieder Reis, wie fast immer ;-)

Bis dahin verweise ich auf "http://www.flickr.com/photos/8517666@N06/" - erste Fotos mit Kommentaren!!

Viele Gruesse.

Achja, morgen geht's nach Kisumu, wo "mein" Waisenhaus sein wird - spaetestens Montag hab' ich 'ne Menge hier geschrieben!

Tobias 

8.5.09 18:11


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung